Gewonnen! Hollande, der „normale“ Präsident

Ach, diese Freude gestern abend, dieses aufatmen, wie schön! Hollande ist Präsident, die Last, die energetische Gewalt, die von Sarkozy ausging, alles vorbei.  Unser Land darf aufatmen. Und Europa wird umdenken müssen und tut es auch schon kräftig, was man in den Kommentaren und Glückwünschen lesen kann.

Leicht wird es nicht, sparen ist angesagt, mehr Steuern werden viele unter uns zahlen müssen, aber wenn man bedenkt, dass die, die viel verdienten, die Firmen, die Gewinne machten sich auf denen, die weniger haben ausgeruht haben, sehe ich da kein Problem,

Wenn ich bedenke, dass die grössten Konzerne bei uns überhaupt keine Steuern zahlen, trotz Milliardengewinne, ist es nur gerecht, dass all diese Leute, die so geschont wurden dazu beitragen, dass unsere Konten sich wieder ausgleichen.

Frau Merkel wird es schwerer haben, auch weil sie eine etwas seltsame Position gegenüber Hollande eingenommen hat,  man sollte sich halt nicht bei inländischen Wahlen einmischen, das war früher gang und gäbe, das war es nicht mehr unter Sarkozy.

Hollande, der „normale“ Präsident – er soll dermassen „normal“ sein, dass es ungewöhnlich ist, bislang gabs keinen Präsident, der so in seiner Mitte ruhte, so rational denken konnte, das ist übernormal, er macht nichts her, hat gerade deshalb die Wahlen gewonnen und bei der grossen Debatte letzte Woche gezeigt, wie scharf er denken kann, wie er sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und wie konsequent er ist.  Ein ausgezeichneter Economist ist er, ein scharfer Denker und ein bescheidener Mann, der sehr schnell die Regeln des Protokolls verändern wird, weil er es nicht liebt, bedient zu werden, selber einkaufen geht, die Nähe des Volkes braucht und nicht mit 800 Mann in ein Dorf einfallen will, wenn er mal aus dem Palast gehen wird, der Bahn fahren will und keine Pizzaöfen im Flugzeug braucht.  Bescheidenheit ist eine Tugend, die schon auffallend ist.

 

Schlimmer kanns ja nicht werden, Frau Merkel hatte ja kein vis à vis, der andere Gedanken einbringen wollte, der Konsequenz zeigte, sonst wäre das Sparpaket so einseitig gar nicht entstanden, es war zu ahnen, dass sparen alleine nicht genügt. Die Völker brauchen das Sparen, aber auch die Hoffnung.  Dann kann man alles abverlangen, wenn Projekte da sind, wenn Schimmer am Ende des Tunnels zu sehen ist. Das so notwendige Sparpaket hätte Europa kaputt gemacht, jetzt muss verhandelt werden und die internationale Presse, die Glückwünsche die bei uns ankommen, zeigen, dass niemand Lust auf Extremisten in den Regierungen hat, die da ja nur herein kommen, weil die Menschen verzweifelt sind.  Wäre Deutschland in den 30er Jahren nicht dermassen ruiniert worden, hätte auch Hitler keine Chance gehabt.

 

Wir haben gegen den Strom gewählt und ziehen das jetzt durch, yepp!

Le changement c est maintenant! Good Luck Mr. Hollande!

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Die Wahlkampagne ist vorbei!

Endlich, seit Freitag 24 Uhr ist die Wahlkampagne nun vorbei. Ich bin tatsächlich erschöpft, aber noch nicht froh.  Und das mit den Wahlen ist ja nun noch lange nicht vorbei, denn nach der Präsidentschaftswahl folgt die Wahl für die Abgeordneten. Und auch da kann man viel tun, muss man viel tun, weil egal welcher Präsident, ohne Mehrheit im Abgeordnetenhaus kann er nicht das tun, was er möchte.

Schon vor der Erklärung von Hollande zur Kandidatur habe ich auf ihn gesetzt und das war vor dem Skandal von Dominique Strauss Kahn.  Ganz einfach, weil ich mehrfach von allerlei Seiten hörte, er wäre der intelligenteste Politiker unserer Zeit, würde aber nichts hermachen, was ja auch stimmte … zumindest am Anfang.

Ein Präsident in Frankreich hat viel Macht und in der Regel löst er sich von seiner Partei, ist unabhängig, denn er ist ja Präsident aller Franzosen, das war bei Sarkozy, der skrupellose, nicht der Fall, der im Hintergrund weiterhin seine Partei „regierte“ und auch selbst dafür sorgte, dass Spendengelder seiner Partei zugeführt werden, durch Treffen in berühmten Orten, Versammlungen usw… ausserdem hat er ordentlich Orden verteilt, an die, die seiner Partei spendeten usw.

Normalerweise bestimmt der Präsident die Politik, der erste Minister, den er aus der Mehrheit im Parlament auswählen muss , führt sie dann aus.  Sarkozy behandelte seinen ersten Minister als Mitarbeiter, was bei uns als Skandal empfunden wurde.  Daher auch sind die Wahlen im Juni extrem wichtig.

Dieser Wahlkampf war durch die Haltung Sarkozys schmutzig. Er hat kein Programm vorgestellt , hier und da eine Massnahme erwähnt, aber erst seit 3 Wochen gibt es ein Schriftstück , was mir aber nicht zu Augen kam.  Er hat sich auch nicht seiner Bilanz gestellt, nichts erklärt, woher zum Beispiel die 500 bis Ende des Jahres 600 Milliarden mehr Schulden kommen, das abgetan mit der Krise, was aber so nicht stimmt, denn der Rechnungshof hat ausgerechnet, dass nur 200 Milliarden der Mehrschulden auf die Krise zurückzuführen seien.  Nicht erklärt warum er ohne mit der Wimper zu zucken die ganze Industrie hat gehen lassen, nach Asien, nach Osteuropa … was ja das Grundproblem unseres Landes geworden ist, die Industrie hat geschlossen und die Arbeitslosen häufen sich.

 

Nein, er hat sich hingestellt und seinen Gegner schlecht gemacht, der letzte Wahlclip war bezeichnend,  nur schlechtes zum sozialistischem Programm gesagt, und leider dabei jedes einzelne Wort eine Lüge, denn er hat das Programm total verzerrt vorgestellt, gelogen hat er und dafür soll er wieder gewählt werden? Die Leute, die sich nicht besonders gut informiert haben, glauben ihm auch noch.

 

Ich kann nicht mehr schlafen, morgen abend ist der Moment, hoffentlich erlösen wir uns von dieser Pest endlich!

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Deutsch französischer Appel an die Regierungen

Hier ist eine intelligente Analyse zu lesen, die auf den Grund der europäischen Probleme geht.

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Deutsche Presse und François Hollande

In der Faz und auch sonst so , les ich Informationen zum Wahlprogramm von Hollande, da  stehen mir die Haare zu berge.

Nein, Hollande will nicht zur Rente mit 60 zurück, sondern denen, die ihre 41,5 Jahre ununterbrochene Einzahlungen in die Rentenkasse voll haben, das Erreichen der Rente auch mit 60 schon erleichtern.  Man muss sich mal vorstellen, dass es sich hierbei um Arbeiter handelt, die oft schwere Arbeit gemacht haben, warum sollen die nicht mit 60 in die Rente bitte?

Nein, er will nicht jeden Besserverdiener mit 75 % Steuern belegen, sondern nur Gehälter über eine Million Euro und das auch nur ab diesem Betrag zu diesem Steuersatz. Ist es denn normal dass es in Krisenzeiten Gehälter über eine Million Euro im Jahr gibt? Die dann oft noch zusätzlich Aktien geschenkt bekommen und sonstige Annehmlichkeiten. Ausserdem für Künstler und sonstige Fussballer, gilt eine andere Reglung, das wird  dann über viele Jahre verteilt.

Und so gehts weiter, wer sagt denn, dass Hollande nicht die Schulden abbauen will ausser der deutschen Presse, dass keine Einsparungen eingeplant sind? Das der Staat nicht neu organisiert werden soll? Nur die deutsche Presse, ich denke eigentlich sollten diese Journalisten doch lesen können und sich informieren – anstatt Lügen zu verbreiten, die dem deutsch/französischem Verhältnis in Zukunft nur Schaden zu fügen können.

 

Und ja, das französische Volk, das hat sich schon bei den letzten Wahlen klar heraus gestellt, hat die Nase voll vom ultraliberalen Geschwafel, was die Länder einer nach dem anderen kaputt macht.

 

Wenn die Politik in Europa so weiter macht, dann gehts irgendwann jedem an den Kragen, was nicht funktioniert muss einfach mal geändert werden. So oder so wirds Änderungen geben … hoffentlich sind die gut für die Menschen und nicht nur für die Finanz.

 

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Wahl in Frankreich … und der Rechtsdreh!

Viel Arbeit habe ich in den Wahlkampf gesteckt und ich müsste eigentlich ganz froh sein, dass François Hollande an der ersten Stelle steht … nur so froh bin ich nicht.

Sarkozy hat  die braune Brühe salonfähig gemacht.  Themen wie Ausländer, Hallalschlachtung usw…. waren gang und gäbe.  Marine le Pen hat die braune Partei aufgemöbelt, ihr die Kontour von Antisystem- Partei gegeben und die Menschen sind ihr aufgesessen.  Sie haben protestiert, ohne sich bewusst zu machen, was sie da wählen. Aus dem Euro wollte sie raus und sich gegen die Finanzmärkte stellen.

Es gibt noch eine andere Partei die gegen das System steht, das ist Melenchon und der Front de gauche, eine Ansammlung von ganz linksgerichteten Parteien, Kommunisten usw, auch er hat 11 % gemacht. So haben 2/3tel der Wähler gegen Europa und gegen die Systeme die uns regieren gewählt. Im Endeffekt zeigt es die Angst, die die europäische Politik den Menschen einflösst.  Und am Ursprung steht die gnadenlose Sparpolitik von Merkozy, so schwer zu erleben für die europäischen Völker, dass sie irgendwas wählen.

Sparen muss sein, Schulden sind da,  hier wie überall in Europa, samt Deutschland, in Amerika oder Japan …. die müssen abgebaut werden, alles klar, aber müssen sie nun in so kurzer Zeit abgebaut werden, dass die Bevölkerung so darunter leiden muss?

Frankreich hat in den letzten 10 Jahren  einen grossen Teil seiner Industrie verloren, die rechten Regierungen , so schön liberal, haben das kalt lächelnd hingenommen, daher herrscht bei uns eine enorme Arbeitslosigkeit. Und Arbeitslosigkeit  macht ohnmächtig, das Volk und den Staat.  Sarkozy hat 600 Milliarden Staatsschulden auf den Schultern , die er in 5 Jahren erstellt hat, Reformen ohne Ende, die keine sind, hinterlässt  Chaos in allen Ecken und Enden des Staates, hat die Schulen massakriert, die Krankenhäuser, hinterlässt Landstriche ohne medizinische Versorgung, Gerichte weit weg von der Bevölkerung,  immer weniger Polizisten, die von Kameras ersetzt werden sollten, was natürlich nicht hilft, hat sich nicht um Wohnungsbau gekümmert, so dass Millionen Menschen für teuer Geld unbewohnbare Räume nutzen müssen, ganz viele Menschen die Hälfte ihres Einkommen für das Wohnen ausgeben müssen. Usw Usw….

wen wundert es schon, dass das die offene Tür ist für extreme Wahlen.

Jetzt wird Sarkozy noch mehr nach rechts ausholen müssen, was unserem Land nicht gut tut, der europäische Zusammehalt ist erstmal vorbei, deutsch französische politische Freundschaft wohl auch, das Frau Merkel ja nicht so recht mit Hollande will.  Und Hollande wird hoffentlich gewinnen, denn wenn Sarkozy gewinnt, gewinnt Marine le Pen mit! Und das will hier dann doch keiner, so hoffe ich jedenfalls.

Europa wird überdacht werden müssen, so gehts nicht mehr weiter!

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Was habt ihr denn für eine Kanzlerin?

Aha,  also in fremde Wahlkämpfe eingreifen, Bündnisse schmieden, das nennt sich also Demokratie laut CDU/Merkel?

Mir ist echt übel, wenn ich mir vorstelle, was das alles für Konsequenzen haben wird in der Zukunft für die deutsch/französische Freundschaft. Das kommt bei mir ja fast wie  Erpressung an. Wie kann die deutsche Kanzlerin nur so ein unelegantes Verhalten an den Tag legen, und sowas wollt ihr wieder wählen?

Ich frag mich, wo wir alle gelandet sind, ob Europa so einen Sinn ergibt? In meinen Augen nein, ganz sicher nicht! Bald sind wir eh alle in China gelandet .

Der Stabilitätspakt, der ist eh nur das Papier wert, worauf er geschrieben wurde, die Maastrich Kriterien sagten ja das selbe aus. Die wurden kurzerhand über Bord geworfen,  auch von Deutschland, als es notwendig war. Und was sagt der Stabilitätspakt denn aus, ausser die Banken zu retten? Und warum müssen die gerettet werden? Weil sie spekuliert haben … toll wa!

Und derweilen leben 10 000ende Griechen auf der Strasse mittlerweile, Medikamente gibts keine mehr usw. Und die Stimmen werden laut, dass Deutschland mal die 162 Milliarden Nazidarlehen von Griechenland zurück zahlen könnte, worüber es 1953 Verträge gab, die aber nie erfüllt wurden.

Das schürt Hass auf, die Medien in Deutschland tun ihr bestes dafür. Der zweite Weltkrieg ist noch nicht lang genug vorbei, das lebt in den Herzen der Völker wieder auf.  Deutschland hat damals und 1989 alle Hilfe der Weltgemeinschaft erhalten, das sollte nicht vergessen werden! Wird es aber, wenn man heute so hart über die europäischen Völker spricht, die nicht in die Norm des deutschen Europas passen.

 

Ich wünsche mir Freundschaft … und nicht so plumpe Erpressung!

 

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Wie peinlich war das denn , die Merkozy Show gestern

da sassen sie nun alle beide, Seite an Seite und wurden von unterworfenen  (zumindest der Franzose) Journalisten freundlich interviewt.  Weiss eigentlich eure „Mutti“ was für einen Rechtsdreh die befreundete Partei inklusive dem Präsidenten bei uns genommen hat, im Rausch der Wahl??  Oder ist ihr das total egal?

Und uns erklären zu wollen, dass durch übermässiges Sparen das Wachstum ganz von alleine kommt, na ja, so doof sind wir nun auch nicht. Was sind das nur für dumme Argumente?

Und am peinlichsten finde ich diese unfreundliche Abwehr von François Hollande, der wahrscheinlich der nächste Präsident unseres Landes wird, wie sie da rum druckste, echt, von Frankreich hält sie ja nicht viel, die Dame im Fernsehen.

Frankreich hat in den letzten 10 Jahren unter der Rechtsregierung alle seine Industrien gehen lassen, das ist der Grund warum wir weniger exportieren,  das  Land blutet, hat Arbeitslose ohne Ende, Obdachlose in Massen und soll sich noch kleiner werden, noch weniger machen, damit Deutschland und nur Deutschland gut leben kann?  Wir sind ein anderes Land, anders gestaltet, genau wie all die anderen europäischen Länder.

Deshalb hat Hollande auch recht, wenn er die Verträge nachverhandeln will. So geht das nicht! Und eine deutsche Kanzlerin, die sich von jetzt auch gleich in eine Parteivorsitzende verwandelt, das geht gar nicht im französischen Fernsehen.

Freundschaft zwischen unseren Ländern ist absolutes Muss – aber so wird nur Hass geschürt, das will ich nicht.  Europa ist eine grossartige Idee, wenn nur die Politiker nicht vergessen würden, dass Europa vor allem Menschen sind – überall, auch in Griechenland, auch in anderen Ländern, die nicht mehr weiter können.

Deutschland hat auch viel von Europa bekommen. Die starke Mark hat den Export behindert, der Euro kam gelegen  und Deutschland gibt auch viel, das wissen wir ja, aber Deutschland ist nicht alleine Europa. Es werden viele verschiedene Sprachen in Europa gesprochen,  daran sollte Frau Merkel denken, wenn sie sich in ausländische Wahlen mischt.

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